3D in Regensburg

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framefusion On Mai - 4 - 2010

Am 9. Mai 2010 ist es soweit: Das Reiterstandbild König Ludwig I. kehrt an seinen
ursprünglichen Standort am Domplatz in Regensburg zurück.

Die Regensburger beschlossen vor gut 100 Jahren, dass ein König, der sich besonders
um die Stadt verdient gemacht hat, ein würdiges Denkmal bekommen soll. Die Stadt
Regensburg beauftragte den Münchner Akademiedirektor Ferdinand von Miller, ein
Reiterstandbild König Ludwig I. zu fertigen. „Errichtet von der dankbaren Stadt Regens-
burg“ ließen die Regensburger in den Marmorsockel des Denkmals gravieren. Und
dankbar war die Stadt zu Recht, schließlich war König Ludwig I. der einzige Wittelsbacher
in der Geschichte, der sich stark für Regensburg einsetzte.

Nach der Auflösung des Immerwährenden Reichstages wurde Regensburg im Jahr 1810
eine bayerische Provinzstadt. Zusätzlich von napoleonischen Truppen erheblich zerstört,
war der Glanz der freien Reichsstadt dahin. König Ludwig I. erkannte, dass die Stadt in
der Bedeutungslosigkeit versank und versuchte der großen geschichtlichen Vergangen-
heit gerecht zu werden. Ludwig I. wollte der Stadt einen Teil ihrer einstigen kulturellen
Bedeutung zurückgeben, indem er sich vor allem der Baudenkmäler annahm. Er berei-
cherte die Kulturlandschaft um Regensburg mit dem Bau der Walhalla und der Befreiungs-
halle. In Regensburg selbst lag ihm vor allem der gotische Dom am Herzen. Er ließ den
Kathedralbau von allen stil fremden Elementen, wie der barocken Stuckkuppel befreien,
und ordnete eine umfassende Regotisierung an. Vor allem schmerzten ihn die seit dem
Mittelalter unvollendet gebliebenen Domtürme. Er gab die Fertigstellung der Türme in
Auftrag und gilt damit zu Recht als Vollender des Regensburger Doms.

Gerade deshalb wählten die Regensburger im Jahr 1902 den Domplatz als Standort für das
Denkmal des Monarchen. Der Standort war nicht nur sinnbezogen, das Standbild wurde
sogar speziell mit Gestik und Blick zum Dom hin entworfen. Beim Material des Standbilds
entschied sich Ferdinand von Miller, der sich schon für den Bronzeguss der Münchner Ba-
varia verantwortlich zeichnete, auch hier für Bronze, das als besonders ehrwürdiges und
dauerhaftes Material galt.

Doch selbst ein solch dauerhaftes Material leidet, wenn es jahrzehntelang unter dichtem
Laub steht. Im Jahr 1936 wurde das Denkmal nämlich vom Domplatz entfernt und in die
Bahnhofsallee gebracht. Die Nässe des Laubes der Bäume setzte dem Reiterdenkmal stark
zu. Der neue Platz führte nicht nur zu Beschädigungen am Denkmal, verborgen vom Laub
wurde ihm kaum mehr Beachtung geschenkt und der Sinnbezug des Standorts fehlte
vollständig.

In den Jahren des Exils gab es in Regensburg immer wieder Initiativen, das Reiterstandbild
auf den ursprünglichen Platz zurückzuholen, wie von Professor Jörg Traeger und Karl Bauer
eindrucksvoll dokumentiert.

Das bürgerschaftliche Engagement des Vereins „Welterbe Kulturfonds Regensburg – Die För-
derer e. V.“ schaffte nun, was die Jahrzehnte davor verwehrt blieb: der König kehrt zurück.
Auch ein König braucht Geldgeber, und so konnte die Restaurierung und Rückführung nur
mit Hilfe namhafter Spenden durch die Brauerei Bischofshof, die Krones AG und das Reise-
büro Venus gelingen. Auf dem Gelände der Brauerei Bischofshof befindet sich das Reiter-
denkmal gerade noch zur Restaurierung.

Im neuen „Glanz“ wird das Reiterstandbild am 9. Mai 2010, 180 Jahre nach dem ersten Be-
such Ludwig I. in Regensburg, feierlich auf den Domplatz Regensburgs zurückkehren. König
Ludwig I. kehrt nicht nur zurück auf den Domplatz, sondern direkt auf den originalen Standort.
Die Fundamente des ursprünglichen Sockels wurden gefunden und wiederverwendet.

Wie die Enthüllung am 8. Mai 1902 wird auch die Rückkehr des Denkmals am 9. Mai 2010 mit
einem großen Fest gefeiert. Die Festlichkeiten eröffnet ein Pontifikalamt im Dom mit Bischof
Dr. Gerhard Müller um 10.00 Uhr. Um 14.00 Uhr wird das König Ludwig I. Denkmal in einem
Festzug durch die Maximilianstraße begleitet und am Domplatz wiedererrichtet. Bei einer ge-
meinsamen Feier mit bayerischer Musik, Brotzeiten und Bier kann der Domplatz dann im neuen
alten Glanz bestaunt werden. Denn der König ist zurück auf dem Domplatz, diesmal hoffentlich
endgültig.

Categories: Allgemein

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